Blick vom Wallberg über Brötzingen – Aussichtspunkt mit freier Westsicht

Sonnenfinsternis in Pforzheim 2026 – Zeiten, Beobachtung & Geschichte

Am 12. August 2026 erlebt Pforzheim eine tiefe partielle Sonnenfinsternis (ca. 89–91 % Bedeckung) als Sunset-Eclipse. Zeiten, Sicherheit, Beobachtungsorte und historische Finsternisse in der Region.

Überblick: 12. August 2026

Am Mittwoch, 12. August 2026, erwartet Pforzheim eine tiefe partielle Sonnenfinsternis (keine totale). Der Mond bedeckt etwa 89–91 % der Sonnenscheibe (Magnitude ca. 0,908, Obscuration rund 89 %). Es ist eine der stärksten partiellen Finsternisse in Deutschland seit der totalen von 1999 und die tiefste seitdem in der Region.

Die 2026er Finsternis findet extrem tief am Horizont statt und begleitet den Sonnenuntergang als sogenannte „Sunset-Eclipse“: Die Sonne versinkt als schmale Sichel im Westnordwesten. Optisch ist sie eindrucksvoller als die meisten partiellen Finsternisse der letzten Jahrzehnte – vorausgesetzt, die Sicht nach Westen ist frei und der Himmel klar.

Parallel peaken die Perseiden (Neumond-Bedingungen, dunkler Nachthimmel), falls der Himmel danach klar bleibt.

Zeiten für Pforzheim

Alle Angaben in lokaler Sommerzeit (MESZ / CEST). Die Werte sind gerundet; genaue Sekunden können je nach Rechenmodell und Beobachtungsort leicht abweichen.

Datum Mittwoch, 12. August 2026
Beginn (erster Kontakt) ca. 19:22 Uhr
Maximum ca. 20:15–20:16 Uhr (Sonne dann nur noch ca. 4° über dem Horizont)
Rechnerisches Ende ca. 20:42–21:07 Uhr
Sonnenuntergang ca. 20:40–20:50 Uhr (je nach genauer Position) – die Sonne geht vor dem rechnerischen Ende unter
Bedeckung / Magnitude ca. 89–91 % · Magnitude ca. 0,908 · Obscuration rund 89 %
Sonnenhöhe zu Beginn nur ca. 12° – fällt rasch ab

Praktisch endet die sichtbare Finsternis mit dem Untergang: Man beobachtet eine Sichel, die im Westnordwesten hinter dem Horizont verschwindet – nicht den vollständigen Austritt des Mondes aus der Sonnenscheibe.

Was man sehen und spüren kann

Freie Sicht nach Westen bis Westnordwesten ist entscheidend. Häuser, Bäume oder Hügel blockieren bei nur wenigen Grad Sonnenhöhe schnell die gesamte Scheibe.

Das Tageslicht wird spürbar dämmrig („bleiern“), Farben wirken gedämpft. Beim Maximum steht die Sonne nur noch etwa über dem Horizont – ideal für Fotografie mit Landschaft und Silhouetten, aber anspruchsvoll für die Standortwahl.

Sicherheit

Niemals ungeschützt in die Sonne schauen – auch nicht bei partieller Bedeckung. Nur zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen (ISO 12312-2) oder geeignete Filter verwenden. Normale Sonnenbrillen reichen nicht.

Für Fotografie und Ferngläser gelten dieselben Regeln: Nur mit speziellem Sonnenschutzfilter vor dem Objektiv. Ohne Filter drohen bleibende Augenschäden und Geräteschäden.

Beste Beobachtungsorte in/um Pforzheim

Weil die Sonne extrem tief steht, entscheiden freie Horizontsicht nach Westen/Westnordwest und eine gewisse Höhe. Erhöhte Punkte oder offene Flächen mit Blick über die Rheinebene bzw. die Schwarzwald-Ausläufer sind ideal.

Wallberg (Pforzheim-Brötzingen)

Sehr sinnvoll und zentral: der künstlich aufgeschüttete Trümmerberg (heute ca. 417 m) mit Aussichtsplattform und Stelen. Guter 360°-Blick, besonders über den Westen und die Stadt. Kurzer Fußweg von Parkplätzen an der Straße „Auf der Wanne“. Beliebter Sonnenuntergangs-Spot – genau die Richtung, die man braucht.

Mehr zur Geschichte des Wallbergs: Wallberg in Brötzingen .

Unser Tipp: Ebbstein (Kämpfelbach)

Der Ebbstein bei Eisingen / Ersingen (Kämpfelbach) liegt nordwestlich von Pforzheim im Enzkreis, im hügeligen Übergang von Kraichgau und Pfinzhügelland (ca. 48,9406° N, 8,6112° E). Als benannte Erhebung bietet er potenziell eine erhöhte Position mit besserer Aussicht über die umliegenden Hügel und Täler hinweg als im Tal oder in bebauten Bereichen.

Viele lokale Hügel in dieser Gegend (Höhen um 300–360 m) eignen sich prinzipiell gut für Sonnenuntergänge und damit auch für diese tief stehende Finsternis. Freie Horizontsicht nach Westnordwest bleibt das entscheidende Kriterium.

Ebbstein auf Google Maps · 75236 Kämpfelbach · Aussichtsplattform

Weitere gute Spots

  • Höhen am Schwarzwaldrand (z. B. Richtung Dobel, Westweg-Start oder offene Hänge im Nordschwarzwald) – je höher und offener nach Westen, desto besser.
  • Offene Flächen und Wiesen am westlichen Stadtrand oder im Enztal mit freiem Blick nach Westen.
  • Aussichtspunkte wie Haidach oder ähnliche Anhöhen über der Stadt.

Historische Sonnenfinsternisse in/um Pforzheim

Die auffälligste war die totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999. Der Totalitätsstreifen verlief genau über die Region (Karlsruhe–Pforzheim–Stuttgart–Ulm–München). In Pforzheim dauerte die Totalität etwa 2 Minuten 15 Sekunden (um die Mittagszeit, Sonne hoch am Himmel). Es war die letzte totale in Deutschland; die nächste folgt erst 2081.

Die Finsternis 2026 ist damit die tiefste partielle seit 1999 und optisch eindrucksvoller als die meisten der letzten Jahrzehnte – vor allem, weil sie tief am Horizont stattfindet.

Weitere relevante partielle Finsternisse

Sichtbar in der Region, mit nennenswerter Bedeckung (letzte ca. 50 Jahre und jüngere Ereignisse):

Datum Art / Bedeckung
11. August 1999 Total über der Region · ca. 2:15 min Totalität in Pforzheim
31. Mai 2003 Annular/partiell · bis ca. 85 % in Mitteleuropa
3. Oktober 2005 Annular/partiell · ca. 50–60 % Bereich
4. Januar 2011 Partiell · rund 76 % (Mitteleuropa-Werte)
20. März 2015 Partiell · ca. 77 % Bedeckung in Pforzheim (Vormittag)
25. Oktober 2022 Partiell · ca. 35 %
29. März 2025 Partiell · nur ca. 15 %
12. August 2026 Partiell · ca. 89–91 % · Sunset-Eclipse (tiefste seit 1999)

Weitere kleinere bzw. ältere Ereignisse mit geringerer Bedeckung gab es u. a. 1994, 1996 und in den 1980er-Jahren.

Quellen

  • Astronomische Eckdaten zur partiellen Sonnenfinsternis am 12. August 2026 für den Standort Pforzheim (lokale Zeiten MESZ/CEST, Magnitude, Obscuration, Sonnenhöhe)
  • Historische Einordnung: totale Sonnenfinsternis 11. August 1999 (Totalitätsstreifen über Süddeutschland) und dokumentierte partielle Finsternisse der Region
  • Google Maps – Ebbstein, 75236 Kämpfelbach
  • Sicherheitshinweis: zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen nach ISO 12312-2; keine normalen Sonnenbrillen

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