Brötzingen vom Wallberg - Luftaufnahme des historischen Ortsteils bei Dämmerung

Brötzingen Geschichte – Traditionsreicher Stadtteil von Pforzheim

Die Geschichte Brötzingens, eines traditionsreichen Stadtteils im Westen von Pforzheim mit jahrtausendealter Vergangenheit von 2000 v. Chr. bis heute. Vom wohlhabenden Bauerndorf über die Industrialisierung zum modernen Stadtteil mit über 10.000 Einwohnenden.

Geografie und Lage

Lage und Höhenlage

Brötzingen liegt im Schwemmland der Enz westlich von Pforzheim. Die Höhenlage der Markung Brötzingen reicht von 260 m bis 380 m über N.N.

Die ehemalige Grenze zwischen Pforzheim und Brötzingen ist die heutige Grenzstraße. Die Grenze zu Birkenfeld verläuft mitten durch das Gewerbegebiet Brötzinger Tal.

Vertiefung: Geologie, Klima, Landschaftsbild und Wälder auf der ehemaligen Markung Brötzingen →

Gemarkung zur Zeit der Eingemeindung

Brötzingen zählte wie andere Urdörfer der Gegend zu den Orten mit ausgedehnter Gemarkung und gutem Ackerland. Zum Zeitpunkt der Eingemeindung umfasste sie 1301 ha – davon 574 ha Äcker, 200 ha Wiesen, 7 ha Rebfläche, 391 ha Wald und 102 ha Hofstellen sowie Wege und Straßen.

Gegen Osten zur Pforzheimer Markung: Die Grenze zog vom Geigersgrund über den Hachel und den Durlacher Bahnübergang nach Süden bis zur Enz, auf der anderen Flussseite ungefähr im Bereich der heutigen Werner-Siemens-Straße, weiter südwestlich über den Bohrain bis zur Büchenbronner Straße. Südlich schloss Dillweißenstein an; von den Brötzinger Waldwiesen bis an die Enz erstreckte sich die Gemarkung Büchenbronn. Nach Westen hin war 1564 noch der Landgraben die Scheide zu Württemberg; die Grenze lief von der Enz am Arlinger entlang zum Birkenfelder Steinbruch am Schönbühl und weiter der alten Römerstraße nach – dahinter begann das „Ausland“, die württembergische Gemarkung Birkenfeld. Über den Wald Klapfenhardt verlief die Grenze zu Dietlingen, im Nordwesten zu Ersingen (durch den Wald), nach Norden zu Ispringen.

Der Acker war in drei Zelgen geteilt: Wiesenrain, Dörren und Langengrund. Pro Zelge wechselten die Bauern ab: ein Jahr Sommergetreide, ein Jahr Wintergetreide, im dritten Jahr Brache zur Erholung des Bodens – die klassische Dreifelderwirtschaft.

Steinzeit und Römerzeit (2000 v.Chr. - 260 n.Chr.)

Früheste Besiedlung

Die älteste Spur in Brötzingen ist ein Steinbeilfund aus der Steinzeit (circa 2000 vor Chr.). Aus der Römerzeit (90 bis 260 nach Chr.) gibt es so zahlreiche Funde, dass von einer ständigen Besiedelung ausgegangen werden kann ("Altes Schloss").

Merowingerzeitliche Siedlung (6.-7. Jahrhundert)

Merowingerzeitliche Grabfunde

Im heutigen Stadtteil Brötzingen von Pforzheim wurden merowingerzeitliche Grabfunde entdeckt ("Hinter der Kelter/Grimmigweg"). Das Grabfeld liegt nahe der Martinskirche und ist eine von mehreren merowingerzeitlichen Fundstellen in der Region.

Die merowingerzeitlichen Funde aus Brötzingen markieren mit weiteren Funden in Birkenfeld das weiteste Vordringen frühmittelalterlicher Besiedlung zum Nordschwarzwald. Brötzingen war also ein "Vorposten" der Siedlungsexpansion Richtung Gebirge. Es gibt archäologische Hinweise, dass Brötzingen bereits im 6. und 7. Jahrhundert besiedelt war, wobei der Schwerpunkt auf agrarisch geprägtem Siedlungswesen lag.

Erste urkundliche Erwähnung (um 1100)

Ortsname und Bedeutung

Die erste urkundliche Erwähnung fand Brötzingen etwa um 1100, als es unter dem Namen Brotzingen als Schenkung an das Kloster Hirsau kam. Auf der Gemarkung liegen die Wüstungen Arlingen und Tannhof.

Der Ortsname setzt sich aus einem germanischen Personennamen (wahrscheinlich Brozzo) und der Endung -ingen zusammen, was "bei den Angehörigen des Brozzo" bedeuten würde.

Mittelalter und Kirche (13. Jahrhundert)

Kirche St. Martin

Brötzingen war einst ein großes, wohlhabendes Bauerndorf mit ausgedehnter Markung, fruchtbaren Böden und reichem Waldbesitz. Das Dorfwappen – ein goldenes B in einem silbernen Hufeisen auf blauem Grund – bringt diese bäuerliche Prägung heraldisch zum Ausdruck. Im Hochmittelalter prägten Weinbau am Wallberg und ertragreiche Äcker das Bild; die Kirche St. Martin stammt aus dem 13. Jahrhundert und wurde mehrfach umgebaut; sie hatte seit dem 16. Jahrhundert eine zeitweise wehrhafte Funktion.

Das alte Martinspatrozinium der Pfarrkirche in Brötzingen weist auf eine besondere Rolle für die frühe kirchliche Organisation des oberen Enztals hin. Die Nähe des Grabfelds zur Kirche (nur ca. 300 m entfernt) deutet auf eine zentrale Bedeutung für Bestattungen und kirchliche Strukturen im frühen Mittelalter.

Im 14. Jahrhundert entstand ein Dominikanerinnenkloster, und die Kirche erhielt Schutzbriefe des badischen Markgrafen. Trotz des Drucks der evangelischen Lehre während des Dreißigjährigen Krieges und der Franzosenkriege im 17. Jahrhundert blieb Brötzingen treu zu seinen Traditionen. Kriege und Notzeiten hinterließen tiefe Spuren: Kaum ein Gebäude aus dem 17. Jahrhundert überstand die Jahrhunderte unversehrt; zu den wenigen Zeugnissen älterer Bausubstanz zählt ein Kellertürsturz in der Brunnenstraße 15 mit der Jahreszahl 1480. Viele alteingesessene Familien blieben dennoch über Generationen in der Heimat verwurzelt und prägten einen zähen, zusammenhaltenden Dorfcharakter.

An den sonnigen Hängen des Wallbergs wurde spätestens im 15. Jahrhundert Wein angebaut; noch bis ins 19. Jahrhundert hielten viele Brötzingen einen eigenen Weinkeller. Als der Weinbau wegen geringer Erträge zurückging, wichen die Reben Obstbäumen und der Most ersetzte den Wein in den Fässern.

Lehen und Höfe

Auf der Gemarkung bestanden seit alters her mehrere größere Höfe, die der Markgraf als erbliche Lehen vergab. Dazu zählt der Liebeners-Hof, dessen Name vermutlich auf die Pforzheimer Schultheißenfamilie Liebener zurückgeht und der wohl schon im 13. Jahrhundert existierte. Ebenfalls in diese Gruppe gehören der Waisen- und der Wittichs-Hof im Osterfeld, die mit der Familie Wais (bzw. Weis) in Verbindung stehen.

Weitere markgräfliche Lehen waren die Huben von Haffner, Bröllen und Steymer sowie die Höfe der Familien Moren und Rüssen und das „Schwabs Gut“ – alle nach ihren früheren Besitzern benannt. Auch die örtliche Getreidemühle unterstand diesem Lehenswesen: 1564 betrieb sie Claus Miller; er entrichtete dem Markgrafen Abgaben in Geld (8 Schilling) und in Naturalien (Roggen und Hafer).

Historische Darstellungen

Interaktive historische Karte von 1898

Diese interaktive historische Karte von 1898 zeigt Brötzingen in seiner ursprünglichen Lage. Die Karte ist mittig auf die Koordinaten Brötzingens ausgerichtet. Sie können die Transparenz der historischen Karte anpassen und Hotspots mit historischen Bildern erkunden.

Karte von 1842

Brötzingen mit Osterfeld 1842 - historische topographische Karte

Die Karte von 1842 zeigt die Westliche Karl-Friedrich-Straße als zentrale Verbindungsstraße und das Osterfeld als übergreifende Bezeichnung für den Bereich zwischen Brötzingen und Pforzheim. Die Kurze Steige und Lange Steige sowie der Verlauf der heutigen B10 sind bereits erkennbar.

Karte von 1851

Brötzingen mit Hofäcker 1851 - historische topographische Karte

Gemarkungsübersicht 1898

Brötzingen 1898 - historische Gemarkungsübersicht vor der Zerstörung

Diese detaillierte Karte aus dem Jahr 1898 zeigt Brötzingen vor den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und dokumentiert die ursprüngliche Siedlungsstruktur. Während des Zweiten Weltkriegs blieb Brötzingen beim Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 vergleichsweise wenig zerstört. Diese Tatsache führte dazu, dass Brötzingen später als "Ersatz-Altstadt" bezeichnet wurde - ein Ort, der die verlorene historische Bausubstanz Pforzheims symbolisch ersetzte.

Neuzeit und Moderne

Vom Dorfkern zur städtischen Bebauung

Noch bis ins 20. Jahrhundert hinein prägten stattliche Bauernhöfe den alten Ortskern: Wohnhaus, Scheune und Ställe standen nach fränkischer Art im Geviert um den Hof, zur Straße hin durch ein Tor abgeschlossen. Acht Laufbrunnen versorgten Mensch und Vieh; sie wurden über eine Deichelleitung (Holzröhren) unter der Hauptstraße gespeist und waren zentrale Treffpunkte im Dorf.

1824 und 1851 gab es nach der Schneeschmelze große Hochwasser. 1868 und vor allem zwischen 1900 und 1912 zerstörten Großbrände ganze Viertel. Immer mehr städtische Neubauten drängten sich zwischen die Fachwerkhäuser; nur in versteckten Winkeln blieben verwitterte Höfe mit Gärten, Hühnern und holprigem Pflaster als Reste der alten dörflichen Welt erhalten.

In der Zeit von 1890 bis 1914 kam es in der Gemeinde Brötzingen zu einer Reihe verheerender Brände, die dem Ort den Spitznamen "Brenzlingen" einbrachten. Die Brände wurden durch Fahrlässigkeit, schlechte Brandschutzmaßnahmen und möglicherweise sogar Brandstiftung verursacht.

Industrialisierung und „Goldschmiedsbäuerle“

Im Lauf des 19. Jahrhunderts fanden immer mehr Brötzingen Arbeit in der Pforzheimer Schmuckindustrie; die Landwirtschaft wurde zur Feierabendtätigkeit – es entstand der Typ des „Goldschmiedsbäuerle“. Unter dem Einfluss der Stadt entwickelten sich ein reges Vereins- und Kulturleben.

Nach 1900 war die Hauptstraße zur Ladenstraße geworden, blieb aber so eng, dass Fuhrwerke, Kleinbahn, Fußgänger und Durchgangsverkehr kaum Platz ließen.

Bahnanschlüsse und Verkehr

Anschluss an die weite Welt fand das Dorf Brötzingen 1868 mit der Eröffnung der Enztalbahn nach Wildbad. Die Nagoldtalbahn nach Calw folgte 1874. Während der Bauzeit wohnten damals 150 italienische Bahnbauarbeiter in Brötzingen. 1900 erhielt Brötzingen noch einen Bahnanschluss nach Ittersbach, eine dampfbetriebene Schmalspurbahn.

1931 erfolgte die Elektrifizierung. 1968 zerstörte ein Tornado die Oberleitungen, woraufhin eine Busverbindung als Ersatz eingerichtet wurde.

Die Eingemeindung nach Pforzheim (1905)

Schon lange vor 1905 war den Brötzinger bewusst, dass sie sich der nahen Stadt anschließen mussten, um die wachsenden Aufgaben (Verkehr, Versorgung, Infrastruktur) zu bewältigen. Die Eingemeindung am 1. Januar 1905 markierte den Wendepunkt: Mit über 6000 Einwohnern, 1300 Hektar und rund 850 Gebäuden gab Brötzingen seine Selbständigkeit auf. Im Volksmund hieß der Ort wegen der Großbrände auch „Brenzlingen“. Nach dem Anschluss kamen rasch ein neues Wasserleitungsnetz mit Hausanschlüssen, Kanalisation und ausgebauter Straßenbeleuchtung; 1911 fuhr die erste Straßenbahn durch den Stadtteil.

Die Verhandlungen zur Eingemeindung begannen bereits Jahre zuvor. Erste Besprechungen fanden statt, Kommissionen wurden gebildet. Zur allgemeinen Überraschung ergaben sich bei den Verhandlungen keine großen Gegensätze zwischen den beiden Gemeinden. Im Gegensatz zu anderen Eingemeindungen, wie etwa der Vereinigung von Mühlburg mit Karlsruhe, bei der Geldfragen im Vordergrund standen, ging es bei Pforzheim und Brötzingen darum, dass zwei wachsende Gemeinden ihre Entwicklung gemeinsam fortsetzen sollten, insbesondere in Verbindung mit Maschinen und Nebenbahnen auch technisch weitergehen wollten.

Bis Juli 1901 wurde schließlich so weit Einigkeit erzielt, dass die Bürgerversammlung sich für die Eingemeindung aussprach. Die Eingemeindung sollte zum 1. Januar 1905 in Kraft treten. Am 29. April 1904 wurde ein "Einigungsvertrag" verfasst, der die Vereinigung ordnete. Die Bürgerversammlung von Brötzingen nahm den Vertrag mit großer Mehrheit an.

In der Vereinbarung wurde unter anderem festgelegt, dass die Einwohner des Gemarkungsteils Brötzingen – besonders in Bezug auf das Recht des Besitzes der städtischen Schulen – den bisherigen Einwohnern der Stadt Pforzheim gleichgestellt sind. Zudem sollte ein Brötzinger Gemeinderatsmitglied den Beratungen des Bürgerausschusses und Gemeinderats teilnehmen. Die Vereinigung fand unter entsprechenden Schwüren im Beisein der Stadtbevölkerung Pforzheims statt.

Die Eingemeindung bedeutete für viele Brötzingen einen tiefgreifenden Wandel: Vom dörflichen Bürger zum städtischen Einwohner, von der heimatlichen Scholle zur städtischen Gemeinschaft. Eine zeitgenössische Postkarte zur Eingemeindung mit einer Karikatur und dem Text "Der Pfahl ist gefallen, die Schlacht ist aus; für die anderen Beiden kam nichts heraus!" dokumentiert die gemischten Gefühle, die mit diesem historischen Schritt verbunden waren.

Die Eingemeindung markierte das Ende der jahrhundertelangen Selbständigkeit Brötzingens, aber auch den Beginn einer neuen Entwicklungsphase als Stadtteil Pforzheims. Die symbolische Schutgemarkungsgrenze, die jahrzehntelang die Selbständigkeit des Dorfes markiert hatte, wurde damit aufgehoben.

Militärisches Biwak in der Maximilianstraße

Biwak Maximilianstraße Pforzheim - Militärisches Lager während des Ersten Weltkriegs

Diese Aufnahme zeigt ein militärisches Biwak in der Maximilianstraße in Pforzheim während des Ersten Weltkriegs (vermutlich von 1915). Das Bild dokumentiert die umfangreichen militärischen Aktivitäten in der Stadt, mit zahlreichen Soldaten, Zelten und militärischer Ausrüstung.

Brötzingen 1905 mit Blick auf Maihälden

Brötzingen 1905 mit Blick auf Maihälden - historische Aufnahme

Brötzingen gegen 1929

Brötzingen gegen 1929 - historische Aufnahme des Stadtteils

Brötzingen in den 1920er Jahren mit grünem Maihälden

Brötzingen in den 1920er Jahren mit grünem Maihälden - historische Aufnahme

Zweiter Weltkrieg und Wiederaufbau

Beim Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 blieb Brötzingen vergleichsweise verschont; viele Obdachlose fanden hier Unterschlupf. Der Stadtteil galt fortan als „Ersatz-Altstadt“. Als in den folgenden Jahren der Wiederaufbau der Innenstadt begann, zeigte sich jedoch, wie marode und veraltet viele Brötzinger Häuser waren; zugleich nahm der Straßenverkehr stark zu. Der Wunsch nach mehr Luft, verkehrsgerechten Straßen und besserem Wohnen wurde lauter.

Der künstlich aufgeschüttete Wallberg, auf dem Trümmer der Stadt abgeladen wurden, dient als Mahnmal für die Kriegsfolgen.

Brötzingen in den 1960er Jahren

Brötzingen 1960er Jahre - Luftbildaufnahme des Stadtteils mit seiner Entwicklung

Diese Luftbildaufnahme aus den 1960er Jahren zeigt Brötzingen noch vor der umfassenden Stadtteilsanierung der 1970er Jahre. Man sieht hier den historischen Ortskern mit seiner traditionellen Bebauung, wie er sich über Jahrhunderte entwickelt hatte.

Moderne Stadtteilsanierung

Die Forderung nach einer verkehrsgerechten Sanierung wurde konkreter. 1973 begann die Umsetzung des großen Sanierungsplans: Im sogenannten „Schlauch“ (Westliche Karl-Friedrich-Straße) wurden ganze Straßenzüge abgebrochen. Die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts feierte man am „Brötzinger Tag“, am 29. September 1978. Das „Haus am Markt“ und weitere Neubauten gaben dem Stadtteil eine moderne Note und den Bewohnern ein neues Wohngefühl; in den folgenden Jahren entstand ein völlig neues Straßenbild, in dem nur noch vereinzelt alte Häuser als Denkmäler an vergangene Zeiten erinnern.

Die Einweihung der Fußgängerzone wurde mit großen Festivitäten begangen; trotz Regen zog das Ereignis Tausende an. Die Sanierung umfasste Straßen- und Gebäudesanierungen, bessere Wohnverhältnisse, neue Schulen und Spielplätze sowie eine höhere Wohnqualität.

Alt und neu in Brötzingen

Alt und neu in Brötzingen - Kontrast zwischen historischer und moderner Architektur

Diese Aufnahme zeigt beispielhaft den städtebaulichen Wandel in Brötzingen. Das Nebeneinander von traditioneller Bausubstanz und moderner Architektur dokumentiert die Entwicklung des Stadtteils von einem historischen Bauerndorf zu einem modernen Wohngebiet.

Heutige Situation

Brötzingen ist weit über den einstigen Ortskern hinausgewachsen: Am Fuß und an den Hängen des Wallbergs entstanden neue Baugebiete, im Westen reicht die Gartenstadt Arlinger bis an die ehemalige Landesgrenze. Der aufgeschüttete Wallberg mit den Trümmern der zerstörten Stadt bleibt Mahnmal; die profanierte Martinskirche bildet den Kern des Pforzheimer Stadtmuseums.

Vom wohlhabenden Bauerndorf über Industrialisierung und „Goldschmiedsbäuerle“ bis zum sanierten Stadtteil: Brötzingen zählt heute über 10.000 Einwohner und bewahrt eine eigenständige, facettenreiche Identität.

Quellenverzeichnis

  • 1. Damminger, Folke (2002): "Pforzheim: Vom römischen vicus zur markgräflichen Residenz", in: Acta Praehistorica et Archaeologica, Band 34, S. 243–268.
    Universitätsbibliothek Heidelberg, URL: https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/apa/article/view/74162
    Direkte Fundstelle für Brötzingen siehe Abschnitt zu merowingerzeitlichen Gräberfeldern und Kirchenpatrozinien (u.a. Seite 254 ff, Liste und Karte Abb. 7).
  • 2. Landesarchiv Baden-Württemberg, Generallandesarchiv Karlsruhe:
    Bestand H-1, Gemarkungspläne 1:10.000, H-1 Nr. 241
    "Brötzingen (Stkr. Pforzheim)" (Stand 1898, Druck 1903)
    Maßstab 1:10.000, Vorsignatur: H 1:10000 Brötzingen 1
    Enthält: Gemarkungsübersichtsplan mit Flurnamen und Landparzellen aus dem späten 19. Jahrhundert.
    Permalink zum Archiv
  • 3. Ramp, Gustav; Webel, Oskar (1915-1920): Pforzheim im Weltkrieg, seine Söhne und Helden : Ein Gedenkbuch mit Ehrentaf. d. Opfer u. d. Anteils d. Stadt Pforzheim im Weltkrieg. Hrsg. von Donatus Weber. Pforzheim : D. Weber, 1915-1920, 550 S. ; 4 : mit Abb., Taf., XII S.
    Signatur: O66 C 1
    URN: urn:nbn:de:bsz:31-38003
    Digitalisierung: Karlsruhe : Badische Landesbibliothek, 2013
    Enthält historische Aufnahmen militärischer Aktivitäten in Pforzheim während des Ersten Weltkriegs, einschließlich des Biwaks in der Maximilianstraße (S. 67).
  • 4. Karl Ehmann: Die Geschichte des Dorfes BRÖTZINGEN. Stadt Pforzheim (Hrsg.), Herstellung: Stark-Druck, Pforzheim 1980. 191 Seiten, Halbleinen, 245 × 172 mm.

Bauwerke und Einrichtungen

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