Luftbild Brötzingen und Maihälden 1968 - historische Luftaufnahme des verwilderten Gebiets

Nachkriegszeit in Maihälden – Wiederaufbau, Wohnungsnot und der Weg zur modernen Gemeinde (1945-heute)

Die Nachkriegszeit brachte für Maihälden eine Zeit des Umbruchs und Neubeginns. Wohnungsnot, wirtschaftlicher Aufschwung durch die Firma Fahrländer und die Entwicklung zur modernen Wohngemeinde prägten diese Ära.

Maihälden nach 1945

Nach dem verheerenden Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 blieb das Maihäldengebiet im Vergleich zur Innenstadt weitgehend verschont – nur etwa 14 Prozent der damals rund 50 Gebäude wurden zerstört. Details dazu stehen auf der Seite zum Zweiten Weltkrieg in Maihälden.

Einer der frühesten Presseberichte nach Kriegsende beruft sich auf einen pforzheimer Polizeibericht: Unbekannte hätten den Drahtzaun eines Maihäldener Gartens durchschnitten und Erdbeeren entwendet. Der Zwischenfall fasst das Maihälden der frühen Nachkriegszeit treffend zusammen – Gärten, darunter viele Streuobstgärten, Felder und Wiesen beherrschten das Landschaftsbild. Viele Gärten wurden nach Kriegsende neu vergeben oder verwilderten allmählich.

In den ersten Nachkriegsjahrzehnten prägte sich das Bild weiterhin durch Gärten, Obstwiesen und verwilderte Flächen aus. Die Gartenstadt-Parzellenstruktur der Vorkriegszeit war noch gut erkennbar; großflächige Neubaugebiete wie in den 1980er Jahren existierten noch nicht. Wirtschaftlich und städtebaulich blieb Maihälden ein Randgebiet zwischen Brötzingen und der zerstörten Innenstadt – getrennt durch die Bahngleise, die viele Bewohner als Grenze zum Nachbarstadtteil empfanden.

Nach dem Krieg nutzten viele Pforzheimer die Garten- und Kleingartenparzellen in Maihälden als Übergangswohnraum oder zur Selbstversorgung, während die Innenstadt wiederaufgebaut wurde. Die bestehenden Gartenhäuser wurden ausgebaut oder provisorisch erweitert; ein durchgängiger städtebaulicher Masterplan für den gesamten Stadtteil existierte in dieser Phase noch nicht.

Erst ab den 1960er Jahren setzte eine schrittweise Verdichtung ein: Industrie an der Kelterstraße, der Krankenhausneubau im Norden und punktuelle Wohnbebauung legten den Grundstein für den heutigen, dicht bebauten Stadtteil.

Firma Erwin Fahrländer

An der Kelterstraße betrieb Erwin Fahrländer ab 1937 eine chemische Fabrik, die über Jahrzehnte Arbeitsplätze schuf und gleichzeitig das Gelände zu einer der größten Altlastflächen Baden-Württembergs machte. Nach dem Produktionsende 1986 folgten jahrzehntelange Sanierungsarbeiten; ab etwa 2012 entstand auf dem Areal Wohnbebauung mit Reihenhäusern.

Die Firma Fahrländer prägte Maihäldens Nachkriegsgeschichte wirtschaftlich wie ökologisch – als Arbeitgeber in der aufblühenden Schmuck- und Metallindustrie, aber auch als Ursprung schwerwiegender Boden- und Grundwasserkontaminationen, deren Folgen bis heute überwacht werden.

Fahrländer Betrieb – ausführliche Darstellung

Die Geschichte des Chemiebetriebs – von Erwin Fahrländers Patent über die Vorgeschichte des Standorts, die Produktion und Entsorgungspraxis bis zur Altlastentdeckung, Kernsanierung und Wohnbebauung – ist auf einer eigenen Seite mit zahlreichen historischen Aufnahmen dokumentiert.

Zum Artikel „Fahrländer Betrieb“ →

1960er und 1970er Jahre

Luftbild Maihälden 1968

Luftaufnahmen aus dem Jahr 1968 dokumentieren Maihälden in einer Übergangsphase: noch überwiegend grüne und landwirtschaftlich geprägte Flächen, erste punktuelle Bebauung und das Industriegelände der Firma Fahrländer an der Kelterstraße.

Maihälden Luftbild 1968 - Übergangsphase zwischen Landwirtschaft und städtischer Entwicklung

Die langen, schmalen Parzellen der historischen Flurstruktur sind noch deutlich erkennbar. Weitere Aufnahmen aus derselben Zeit finden sich auf der Maihälden-Übersichtsseite sowie im Artikel zum Fahrländer Betrieb.

Brötzingen und Maihälden aus der Luft (1968)

Luftbild Brötzingen und Maihälden 1968 - verwildertes Gebiet und Nachbarstadtteil

Luftbild Brötzingen und Maihälden, Landesvermessung Baden-Württemberg 1968. Archiv: Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Ludwigsburg, Bestand EL 68 IX, Bestellsignatur EL 68 IX Nr. 3711 (Landesbefliegung 1968).

In der Gesamtansicht wirkt das Maihäldengebiet noch weitgehend unbebaut und von Vegetation geprägt – ein deutlicher Kontrast zur späteren massiven Erschließung in den 1980er und 1990er Jahren.

Maihälden als Gartenstadt (1970er Jahre)

Maihälden in den 1970er Jahren als Gartenstadt mit Ein- und Zweifamilienhäusern

Diese Aufnahme aus den 1970er Jahren zeigt Maihälden noch als überwiegend kleinteilige Wohnbebauung mit Gärten – das Gartenstadt-Erbe der Vorkriegszeit war in dieser Phase noch prägend, bevor die großflächige Nachverdichtung der folgenden Jahrzehnte einsetzte.

Soziale Infrastruktur in der Nachkriegszeit

Parallel zur wachsenden Wohnbebauung entstanden in und um Maihälden wichtige Einrichtungen, die den Stadtteil bis heute prägen. Im Norden wurde ab 1965/66 das Siloah-Krankenhaus als zentrale medizinische Einrichtung errichtet. Am Rand Brötzingens blieb der Weststadtpark als Erholungsfläche erhalten. Im Gewann Wildergrund entwickelte sich der Wildergrundpark zu einer stadtteilnahen Grünanlage. Für Bildung und soziale Betreuung kamen unter anderem die Maihälden-Grundschule und das Anna-Meinikmann-Heim hinzu.

Siloah-Krankenhaus im Bau (1966)

Sicht auf Siloah-Krankenhaus im Bau 1966 in Maihälden

Die Aufnahme aus dem Jahr 1966 zeigt den Krankenhausneubau während der Bauphase. Mit der Eröffnung veränderte sich das Gesicht des nördlichen Maihäldens dauerhaft – das Krankenhaus wurde zu einem der wichtigsten Arbeitgeber und Anziehungspunkte des Stadtteils.

Bauland und Erschließung – Zeitungschronik 1954 bis 1981

Die kommunalpolitische Entwicklung Maihäldens in den Jahrzehnten vor der Erschließung lässt sich vor allem anhand von Berichten und Leserbriefen der Pforzheimer Zeitung (PZ) nachzeichnen. Im Kern wiederholt sich ein Muster: Die Flächen galten lange als Bauland – gebaut werden konnte dort jedoch nicht, weil die technische Erschließung fehlte oder zu teuer erschien.

1954: Bauland ohne Erschließung

Aus kommunalpolitischer Sicht ist besonders bemerkenswert, dass laut damaligem Stadtrat Klittich schon 1954 die Gebiete um Maihälden und den Wallberg als Bauland ausgewiesen waren. Allerdings konnte dort nicht gebaut werden, da die Flächen nicht erschlossen waren. Klittich forderte, die Stadt solle sich um eine zügige Erschließung kümmern – es geschah jedoch zunächst nichts. Diese Diskrepanz führte zu einem Konflikt zwischen einigen bauwilligen Brötzingern und der Pforzheimer Stadtverwaltung.

1959: Leserbrief, Freigaben und angekündigter Bebauungsplan

In einem Leserbrief, der am 20. Februar 1959 in der Pforzheimer Zeitung veröffentlicht wurde, warf ein Leser der Stadtverwaltung vor, Brötzinger Bürger zu benachteiligen, die in Brötzingen bauen möchten. So seien viele Gebiete um den Brötzinger Ortskern, von Arlinger bis Maihälden, mit Bausperren belegt. Die Argumente der Stadt, die Erschließung sei zu teuer und das Bauinteresse zu gering, könne er nicht nachvollziehen.

Im Juli 1959 wurden zehn Gebiete im Stadtrand Pforzheims zur Bebauung freigegeben – darunter allerdings kein Bereich in Maihälden.

In der am 30. November 1959 veröffentlichten PZ-Ausgabe hieß es lediglich, dass ein Bebauungsplan für das Maihäldengebiet demnächst dem Gemeinderat vorgelegt werde. Rund sieben Jahre vergingen, bis der Plan erneut auf der Tagesordnung stand.

1966: Bebauungsplan erneut im Gemeinderat

Im Jahr 1966 stand ein Bebauungsplan für Maihälden erneut auf der Tagesordnung des im Osterfeld-Rathaus tagenden Pforzheimer Gemeinderats – ohne dass es in dieser Phase zur großflächigen Erschließung kam. Parallel veränderte sich das Gebiet durch den Krankenhausneubau des Siloah und die wachsende Industrie an der Kelterstraße sichtbar, blieb aber überwiegend grün.

1974: Keine Erschließung „in absehbarer Zeit“

In den folgenden Jahren gestaltete sich die finanzielle Situation Pforzheims schwierig. Stadtrat Steinbrenner bestätigte daher im Sommer 1974, dass die Bereiche Wallberg und Maihälden in absehbarer Zeit nicht erschlossen werden könnten – obwohl das Bauinteresse und der Druck aus Brötzingen weiter zunahmen.

1980 und 1981: Rodelbahn statt Bebauungsplan

Im Jahr 1980 war es schließlich soweit – aber nicht für den Bebauungsplan, der seit nunmehr über zwei Jahrzehnten diskutiert und längst erwartet wurde, sondern für eine Rodelbahn durch Maihälden. Dazu sollte ein Fußweg im Winter entsprechend umgestaltet werden.

1981 forderte der CDU-Stadtrat Amman eine raschere Ausarbeitung der Bebauungspläne, um mögliche Schwierigkeiten bei der Grundstücksvermessung vorzubeugen. In vielen Fällen mussten Grundstücke neu vermessen und Grenzen neu gesetzt werden, da sonst viele Parzellen nicht zum Bebauen geeignet gewesen wären.

Währenddessen tauchten auf dem Immobilienmarkt immer mehr Angebote oder Kaufgesuche von Bauwartungsland in Maihälden auf – offenbar ahnten viele, dass nun Bewegung in die jahrelang stockende Planung kommen würde. Der 1984 beschlossene Bebauungsplan (siehe nächster Abschnitt) setzte diese Erwartungen erst drei Jahre später rechtlich um.

Bebauungsplan Teilgebiet Maihälden (1984)

Mit dem Bebauungsplan für das Teilgebiet „Maihälden“ (Schwerpunkt Wildergrund) legte die Stadt Pforzheim 1984 den rechtlichen Rahmen für die großflächige Nachverdichtung fest, die in den folgenden Jahren die historische Flurstruktur grundlegend veränderte. Er folgte auf eine jahrzehntelange Debatte um Bauland und Erschließung, die in der PZ-Chronik ab 1954 nachvollziehbar ist.

Stadtplanung für Maihälden (1984)

Am 28. Februar 1984 beschloss der Stadtrat von Pforzheim, einen Bebauungsplan für das Teilgebiet "Maihälden" aufzustellen. Der Plan umfasste den Bereich "Wildgrund" und sollte die bestehende Bebauung ergänzen und weitere Siedlungsentwicklung ermöglichen.

Bürgerbeteiligung

Die Öffentlichkeitsbeteiligung nach § 2a Abs. 2 BBauG fand vom 16. April bis 4. Mai 1984 statt.

Informationsveranstaltung zur Erschließung (Mai 1984)

Im Mai 1984 fand eine Informationsveranstaltung zur Erschließung Maihäldens statt, an der über 60 Bürger teilnahmen. Die anwesenden Ingenieure skizzierten das Ausmaß des Vorhabens: Maihälden werde künftig rund 2.400 Einwohner beheimaten – das Projekt könne jedoch noch ein Jahrzehnt dauern, bis die Erschließung und Bebauung abgeschlossen seien.

Möglich seien bis zu 850 Wohneinheiten im etwa 43 Hektar großen Neubaugebiet. Damit sei Maihälden flächenmäßig mit dem Pforzheimer Stadtteil Würm vergleichbar. Bei der Planung wurde ausdrücklich Rücksicht auf Kaltluftströme genommen.

Für das Gewann Hofklamm war eine maximal viergeschossige Wohnbebauung vorgesehen, Richtung Westen Mischbebauung. Diese Vorgaben prägten die spätere Umsetzung, die ab 1987 mit der technischen Erschließung und ab 1988 mit dem Baumschlag sowie der Bebauung im Hofklamm-Gebiet einsetzte (siehe Abschnitt Die Erschließung beginnt).

Planungsgebiet

Das Planungsgebiet umfasste den "Wildgrund"-Bereich mit dichtem, geschwungenem Straßennetz. Die Grenzen des Plans waren im Norden die Wildbader Straße, im Osten der Weg von der Braunauerstraße, im Süden die Bebauung der Flurstücke 1231/1 und 1231/3, und im Westen der Weg von der Baumannbrücke, nördlich der Kelterstraße.

Ziel der Planung

Das Ziel der Planung war die Ergänzung der bestehenden "Maihälden"-Baufläche und die Ermöglichung weiterer Siedlungsentwicklung.

Die Erschließung beginnt

Ab 1987 setzte die technische und bauliche Erschließung der westlichen und nördlichen Gewanne ein – zunächst im Wildergrund, später auch im Hofklamm-Gebiet. Kanalisation, Straßenbau und Flurbereinigung bereiteten den Boden für die dichte Mehrfamilienhausbebauung der 1990er Jahre.

Baubeginn in Maihälden (1987-1988)

Um den 7. Februar 1987 haben die Erschließungsarbeiten in Maihäldens westlichen Gebieten begonnen. Zunächst standen notwendige Kanalarbeiten an, die den Grundstein für die weitere Entwicklung legten.

Maihälden während der Erschließung in den 1980er Jahren – Kanal- und Straßenbauarbeiten

Die Aufnahme aus den 1980er Jahren zeigt die Baustellen im Erschließungsgebiet: aufgewühlter Boden, neue Straßenachsen und die beginnende Umgestaltung der bis dahin überwiegend grünen Flächen. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten konnten private und städtische Bauträger mit dem Mehrfamilienhausneubau beginnen.

Maihälden während der Erschließung, 1980er Jahre

Flurstruktur in Maihälden Wildergrund (1980er Jahre)

Dokument aus den 1980er Jahren - zeigt die Flurstruktur und Entwicklung des Wildergrunds

Flurstruktur in Maihälden Wildergrund 1980er Jahre - Dokument der Flurstruktur

Man erkennt im Gewann Wildergrund größere Flurstücke sowie historische Wege. Links im Bereich „In den Maihälden“ (unter anderem Gewann Hofklamm) die feine historische Parzellenstruktur; dort setzte bald die Bebauung ein. Die Quelle des Dokuments ist das Tiefbauamt.

Baumschlag und Umweltauswirkungen

Mitte 1988 nahm die Zahl zum Verkauf angebotener Grundstücke in Maihälden mit jedem darauffolgenden Jahr stark zu. Die Entwicklung ging jedoch mit erheblichen Umweltauswirkungen einher.

Massiver Baumschlag

Bis Ende November 1988 wurden rund 190 Bäume gefällt, während nur 57 neue Bäume gepflanzt wurden. Im Hofklamm-Gebiet blieben von 100 Bäumen nur fünf übrig - ein massiver Kahlschlag für die Bebauung.

Kontroverse um den Bebauungsplan

Laut der Pforzheimer Zeitung vom 15.12.1988 wäre der Bebauungsplan für das Hofklamm-Gebiet abgelehnt worden, wenn es zur Gemeinderatsentscheidung gekommen wäre. Gründe hierfür seien zu breite Gehwege und der massive Kahlschlag von Bäumen gewesen. Nach der Schmälerung der Gehwege war eine Mehrheit in Aussicht. Kurz darauf wurde der Bebauungsplan beschlossen und die Bebauung des Hofklamm-Gebiets begann umgehend.

Wohnungsnot und ihre Folgen

Die stark wachsende Nachfrage nach Wohnraum in Pforzheim traf auf ein Maihälden, das nach der Erschließung ab 1987 in kurzer Zeit zu einem der einwohnerreichsten Stadtteile wurde. Stadt und private Bauträger reagierten mit dichtem Mehrfamilienhausneubau – mit Folgen für Infrastruktur, Grünflächen und das Zusammenleben der Bewohner. Dazu finden sich im Archiv der Pforzheimer Zeitung zahlreiche aufschlussreiche Zeitberichte.

Die Wohnungsnot der 1980er und 1990er Jahre

Die gegenwärtige Wohnungsnot in Deutschland ist in aller Munde – auch in Pforzheim ist sie ein zentrales Problem. Es ist daher interessant, in den Jahrzehnten zurückzublättern: Wie sah die Wohnraumsituation früher aus?

Falsche Prognose 1984

Siegbert Frank, damaliger Vorsitzender des Pforzheimer CDU-Kreisverbandes, gab im Sommer 1984 bekannt: „Eine Sättigung des Wohnungsmarktes ist in Sicht“. Doch diese Aussage war nur teilweise korrekt. Es wurde zwar sozialer Wohnraum geschaffen, jedoch blieb die Situation für Behinderte, Senioren und Familien mit vielen Kindern angespannt. Zählte die Stadt 1984 rund 1000 Wohnungssuchende, erhöhte sich diese Zahl mit jedem Jahr.

Bevölkerungsentwicklung

Während 1985 in Pforzheim noch 104.184 Menschen lebten, waren es zehn Jahre später, 1995, bereits 118.763 – Das ist ein Plus von knapp 15.000 Einwohnern in nur zehn Jahren. 1987 erreichte die Bevölkerungsentwicklung Pforzheims ihr vorzeitiges Maximum mit +2,3% Bevölkerungszuwachs.

Zustrom von Aussiedlern und Flüchtlingen

Ursache der Wohnungsnot war vor allem der starke Zustrom deutschsprachiger Aussiedler aus Staaten des ehemaligen Ostblocks. Das Land Baden-Württemberg trug dieser Entwicklung Rechnung, indem es ein Sonderprogramm zum Bau von Wohnungen für Spätaussiedler ins Leben rief.

Ab 1989 verschärfte sich das Problem in Pforzheim massiv. Zu dem weiterhin starken Zuzug von Aussiedlern kamen viele Flüchtlinge aus Südosteuropa hinzu. Gegen Ende 1989 waren rund 3000 Menschen auf eine neue Wohnung angewiesen. Zum Improvisieren gezwungen waren darunter mehrere hundert Aussiedlerfamilien: Sie ließen sich in Hotels, Wohnheimen oder bei Verwandten nieder. Insgesamt war die Wohnsituation um 1990 als besonders kritisch zu bewerten.

Verdichtung und Bauflächen in Pforzheim (um 1990)

Allein für die Region Nordschwarzwald wurden für den Zeitraum 1990 bis 2000 rund 30.000 neue Einwohner prognostiziert – das entspricht rund 9000 neuen Wohnungen, mit Eigenbedarf bis zu 35.000 Wohnungen. Für Pforzheim bedeutete das rund 6000 Wohnungen; der städtische Soll-Wert lag 1990 bei 5000 Wohnungen.

Pforzheim hatte zu diesem Zeitpunkt rund 100 Hektar als Bauland ausgewiesen, davon etwa 40 Hektar in Planung oder kurz vor der Genehmigung – Platz für etwa 4000 bis 5000 Wohnungen. Um der Wohnungsnot entgegenzuwirken, musste verdichtet gebaut werden: freie Flächen effizienter nutzen, Schwerpunkt auf Mehrfamilien- statt Einfamilienhäuser. Ein späteres Beispiel verdichteten Wohnraums ist das Wohngebiet Haidach im Pforzheimer Südosten.

Verdichtungspläne für Maihälden (Frühjahr 1990)

Genau diese Verdichtung wurde im Frühjahr 1990 für Maihäldens mittlere und östliche Gebiete diskutiert. Hochhäuser waren nicht geplant, jedoch Mehrfamilienhäuser mit bis zu vier Stockwerken.

Verschiedene Regionalverbände in Baden-Württemberg warnten in einem Sieben-Thesen-Papier vor unüberlegter Überbauung: Trotz Wohnungsnot sollten ausreichend Flächen für ein gutes städtisches Mikroklima freigehalten werden. Breitere Schneisen in der Bebauung seien Grundlage für Kaltluftströme und damit für die städtische Luftqualität – ein Argument, das bereits bei der Informationsveranstaltung 1984 eine Rolle gespielt hatte.

Landesförderung und Wohnungsbau in Maihälden

Die Stadt profitierte unter anderem vom Wohnungsbau-Schwerpunktprogramm des Landes Baden-Württemberg. Für die Aufnahme ins Förderungsprogramm bewarb sich Pforzheim Anfang 1990. Ausschlaggebend war eine Analyse des Regionalverbands Baden-Württemberg: Pforzheim hatte am 13. Januar 1989 die höchste Dichte an Aus- und Übersiedlern, die Wohnsituation verschlechterte sich laufend.

Insgesamt unterstützte das Land Pforzheim mit rund 2,5 Millionen Mark. Die Gelder kamen der Erschließung der Bereiche Wildergrund, Maihälden und Hofklamm zugute. Das Wohngebiet Maihälden war vor allem als neues Zuhause für Aus- und Zusiedler geplant – pro erbauter Wohnung flossen 4000 Mark Förderung. Insgesamt waren in Maihälden über 640 Wohnungen geplant; die meisten sollten bis zum 31. Dezember 1994 fertiggestellt sein, wenn die landesweite Wohnbauförderung endete.

Innenminister Dietmar Schlee und Bürgermeister Joachim Becker setzten in der Bodelschwinghstraße den ersten Spatenstich. Zum Zeitpunkt des Spatenstichs fehlten nach Aussage des damaligen Oberbürgermeisters Berger knapp 5000 Wohnungen in Pforzheim.

In Hofklamm und Wildergrund setzte die Stadt verstärkt auf dichtere Mehrfamilienhausbebauung. Ende 1991 setzte Oberbürgermeister Becker Zusatzförderungen durch: pro Wohneinheit kamen 10.000 Mark hinzu, in besonders dicht bebauten Räumen mit höheren Grundstückspreisen weitere 8000 Mark. 1992 flossen auf 124 Mietwohnungen allein durch die neuen Förderungen zusätzlich eine Million Mark; 1993 kamen erneut weitere Zuschüsse. In der Pforzheimer Zeitung wurden immer öfter Wohnungen in Maihälden zum Kauf oder zur Miete angeboten.

Kritik an Verdichtung und Baupolitik

Die Verdichtung war nicht unumstritten. Kritisiert wurde, dass zu wenig auf den Erhalt der Natur geachtet werde – gerade im Wildergrund standen viele ältere, schützenswerte Bäume. Laut wurde auch der Ruf nach einem höheren Anteil an Sozialwohnungen im Wildergrund.

Immobilienmakler kritisierten die Wohnbaupolitik Pforzheims am Beispiel Maihälden: Die Bebauung sei zu dicht und für einige Einwohner unattraktiv; Akteure aus der Wirtschaft sollten stärker in die Planung einbezogen oder diese gar übernehmen.

Die Kritik an zu dichter Bauweise deutet auf zumindest teilweise fehlerhafte Planung hin. Ab der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, als die meisten geplanten Wohneinheiten fertiggestellt waren, wurde die Kritik lauter – mehr dazu im Abschnitt Soziale Herausforderungen.

Explosives Wachstum in den 1990er Jahren

Durch die große finanzielle Subventionierung des verdichteten Bauens wuchs Maihälden in den 1990er Jahren geradezu explosiv. Es entstanden viele Mehrfamilienhäuser mit drei oder mehr Stockwerken; offensichtlicher Schwerpunkt der Stadtplaner war die Lösung der Wohnraumfrage.

Zu kurz kam, was die Lebensqualität eines Stadtteils ausmacht: nahegelegene Lebensmittelhändler, Bäckereien, Metzger, Grundschulen, Kindergärten, Spielplätze und Treffpunkte für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene – Orte, an denen ein Stadtteil sozial zusammenwächst. Ausführlicher im Abschnitt über soziale Infrastruktur und Anbindung.

Maihälden als städtische Baufläche

Pforzheim suchte in den 1980er Jahren nach großflächigen, erschließbaren Bauflächen außerhalb der zerstörten und bereits verdichteten Innenstadt. Maihälden bot mit den Gewannen Wildergrund und Hofklamm noch weitgehend unbebaute Flächen, die nach dem Bebauungsplan von 1984 und der Erschließung ab 1987 in kurzer Zeit bebaut werden konnten. Die Stadt und private Gesellschaften wie die Pforzheimer Grund und Bau GmbH errichteten dort in den frühen 1990er Jahren zahlreiche Mehrfamilienhäuser – oft als Reihen- oder Blockbebauung entlang neuer Straßenachsen.

Das baden-württembergische Sonderprogramm für Spätaussiedler und der gleichzeitige Zuzug von Flüchtlingen aus Südosteuropa verstärkten den Druck auf den Wohnungsmarkt. Maihälden wurde damit zu einem der Schwerpunkte der städtischen Wohnungsbaupolitik: Innerhalb weniger Jahre wandelte sich der Stadtteil von einer überwiegend kleinteiligen Gartenstadt zu einem dicht bebauten Wohnquartier mit hohem Anteil an Mietwohnungen.

Mehrfamilienhausbebauung in Maihälden (1993)

Die Wohnungsnot wirkte sich unmittelbar auf die Baustellen in Maihälden aus. Nach der Erschließung des Hofklamm-Gebiets ab 1988 entstanden in den frühen 1990er Jahren zahlreiche Mehrfamilienhäuser. Zeitgenössische Aufnahmen aus Pforzheim-Maihälden zeigen den Baufortschritt innerhalb weniger Monate: Im Januar 1993 waren einzelne Mehrfamilienhäuser noch im Rohbau, während entlang eines neuen Straßenzugs bereits fertiggestellte Häuser und ein Baukran im Hintergrund sichtbar waren. Bis Mai 1993 war die Häuserzeile weitgehend unter Dach; davor lag noch offenes Erschließungsgelände.

Bebauung Bodelschwinghstraße/Kelterstraße (1995)

Bebauung Bodelschwinghstraße Kelterstraße 1995 - Mehrfamilienhäuser durch Pforzheimer Grund und Bau GmbH

Diese Aufnahme aus dem Jahr 1995 zeigt die Bebauung mit Mehrfamilienhäusern an der Ecke Bodelschwinghstraße/Kelterstraße durch die Pforzheimer Grund und Bau GmbH. Die Bebauung entstand als Reaktion auf die Wohnungsnot und den dringenden Bedarf an Wohnraum in Maihälden.

Bebauung Bodelschwinghstraße/Kelterstraße 1995, Pforzheimer Grund und Bau GmbH

Soziale Herausforderungen und Chancen

Die rasche Verdichtung überstieg in den 1990er Jahren die begleitende soziale Infrastruktur. Kirchengemeinden, Anwohner und die Presse kritisierten fehlende Treffpunkte, Einkaufsmöglichkeiten und eine wahrgenommene Abgrenzung vom benachbarten Brötzingen – Themen, die bis zu Protesten und Wegzügen führten.

Mangelhafte soziale Infrastruktur

Die Lukasgemeinde stellte im Gespräch mit Einwohnern die mangelhafte soziale Infrastruktur Maihäldens fest. Es fehlte beispielsweise an einer Tafel für stadtteilweite Bekanntmachungen oder an Treffpunkten. Vor allem in einwohnerreichen Stadtteilen wie Maihälden sind solche Angebote jedoch unverzichtbar, um zu verhindern, dass sich der Stadtteil sozial isoliert und eine Gettoisierung eintritt.

Anbindung und Verkehr

Der Stadtteil war lange kaum an den Rest der Stadt angeschlossen. Erst ab 1993 verkehrte ein Bus der Linien 12/14 durch Maihälden. In Stoßzeiten fuhr jedoch lediglich ein Bus, nach 20 Uhr keiner; eine nahegelegene S-Bahn-Haltestelle gab es nicht. Kleine Änderungen am Fahrplan folgten 1994 und 1996.

Die Kelterstraße mit den parallel verlaufenden Bahngleisen wurde als „Barriere“ zu Brötzingen und zur restlichen Stadt empfunden – für Pendler bedeutete das kein einfaches Leben. Die Tempo-30-Zone wurde erst Mitte 1994 auf Bitte vieler Bürger eingeführt, die sich um die Verkehrssicherheit im Stadtteil sorgten.

Wegzüge und negative Wahrnehmung

Im Mai 1995 berichtete die Pforzheimer Zeitung über Wegzüge aus dem Neubaugebiet aufgrund der schlechten sozialen Lage. Ein Bewohner nannte den Stadtteil „Gaza-Streifen“ statt „Riviera Brötzingens“, wie früher üblich. Der Wohnraum wurde teurer, die Gesamtsituation kaum besser.

Friedrich-Franz von Massow, damaliger Leiter des städtischen Planungsamts, fasste ein Bürgergespräch in Maihälden düster zusammen: „Ein solches Baugebiet bleibt stets über Jahre hinweg ein Problemgebiet“. Später revidierte von Massow diese Aussage. Die bestehenden Probleme waren über Jahre bekannt und wurden von Kirchengemeinden, Parteien und den Unabhängigen Bürgern Pforzheims benannt.

Punktuelle Verbesserungen

1995 wurde ein Bolzplatz im Westen Maihäldens gebaut – heute als Spielplatz an der Bodelschwinghstraße bekannt. Auch der Spielplatz im Weststadtpark entstand in dieser Phase der Nachverdichtung. Die Gesamtsituation blieb dennoch kritisch.

Bürgerproteste 1996

Das führte im Jahr 1996 zu massiven Bürgerprotesten, beispielsweise mit großflächigen Plakaten auf der Baumannbrücke. Die Probleme hätten so weit geführt, dass sich Einwohner wie im "Ghetto" fühlen würden. Einige erwägten den Wegzug oder seien bereits weggezogen.

Fehlende Infrastruktur

Statt Einkaufsmarkt, Kindergarten und Gemeinschaftszentrum stand in den letzten Jahren des Baubooms das verdichtete Bauen im Mittelpunkt. Die schlechte soziale Situation führte so weit, dass teilweise Wohnungen leerstanden und Investoren insolvent wurden. Die Bahngleise wurden als Trennlinie zwischen Maihälden und Brötzingen empfunden.

Gescheiterte Investitionspläne

Dabei gab es durchaus zukunftsträchtige Pläne: Ein privater Investor plante auf einem zentral im Stadtteil gelegenen städtischen Grundstück einen Lebensmittelmarkt mit Friseur sowie einen Kindergarten auf dem Dach. Das Vorhaben scheiterte jedoch an den Preisen, die die Stadt für das Grundstück verlangte. Diese seien nach Aussage der Stadt „ortsüblich“ gewesen und beliefen sich 1996 auf rund 800 Mark pro Quadratmeter.

Der damalige Erste Oberbürgermeister Siegbert Frank lehnte es ab, den Grundstückspreis zu senken – unter anderem sollte damit Brötzingen als Versorgungsstandort gestärkt werden. Man sei Projekten aufgeschlossen gewesen, bei denen die städtischen Grundstückspreise akzeptiert würden. Bis zum Bau des Norma-Lebensmittelmarktes im Jahr 2001 fanden sich jedoch keine weiteren Investoren; die Versorgungssituation verschlechterte sich weiter.

Architekturkritik und Wohnungszahlen

Auch Architekten zeigten sich unzufrieden mit der Umsetzung des verdichteten Bauens im Maihälden-Wildergrund. Die Jury des Architekturwettbewerbs „Beispielhaftes Bauen“ soll sich bei einer Besichtigung des Baugebiets sehr negativ über Lebensqualität und Architektur im Stadtteil geäußert haben.

1995 waren in Maihälden 794 Wohnungen fertiggestellt oder noch im Bau – darunter 313 Eigentums- und 481 Mietwohnungen. Anfang 1996 waren es bereits rund 850 Wohnungen; geplant waren Mitte der 1980er Jahre etwa 2500. Mitte 1998 befanden sich im etwa 50 Hektar großen Maihäldengebiet 1169 Wohneinheiten mit 3000 Einwohnern.

Abklingen des Baubooms und Reihenhausprogramm

Der Bauboom kühlte ab der zweiten Hälfte der 1990er Jahre ab; Erschließungsmaßnahmen wurden dennoch fortgesetzt. Während der Bedarf nach Wohnungen in höheren Preisklassen gedeckt wurde, blieb die Nachfrage nach Sozialwohnungen mit 1400 Anträgen Mitte 1996 hoch – der massive Wohnungsbau in Maihälden konnte dem Bedarf an Sozialwohnungen nur teilweise gerecht werden.

1996 wechselte die Landesregierung Baden-Württemberg erneut den Förderschwerpunkt: Mit dem „Reihenhausprogramm“ bis 2001 wurde vor allem der Bau von Reihenhäusern für Familien mit Kindern gefördert. Seither ging der Bau von Mehrfamilienhäusern im Maihäldengebiet stark zurück; der bauliche Schwerpunkt lag auf Reihen- und Einfamilienhäusern.

Auf Satellitenbildern wird das deutlich: Etwa auf Höhe der Baumannbrücke verläuft eine Trennlinie – der Westen Maihäldens wurde größtenteils verdichtet bebaut, der Osten lockerer.

Vorurteile, Planung und Wirklichkeit

Zur Jahrtausendwende war der Ruf Maihäldens schlecht; verbreitete Vorurteile nannten den Stadtteil ein „Ausländerghetto“ mit „Kriminalität“ oder ein „zweites Haidach“. Eine auffällige Kriminalitätsrate konnte die Polizei 1998 im Stadtteil allerdings nicht feststellen.

Zwischen ursprünglicher Planung und Realität bestanden große Unterschiede: Geplant war eine lockere Bebauung mit Ein-, Zweifamilien- oder Reihenhäusern. Wohnraummangel, steigende Grundstückspreise und die zeitweise hohe Landesförderung für Mehrfamilienprojekte führten jedoch zu sehr dichter Mehrfamilienhausbebauung. Das städtebauliche Augenmerk in den 1990er Jahren lag auf möglichst vielen Wohneinheiten; Kindergärten, Schulen, Lebensmittelmärkte sowie Spiel- und Treffplätze blieben im großen Baurausch auf der Strecke.

Soziale Analyse 2000

Im Jahr 2000 wurde die soziale Lage in Maihälden analysiert. Am Stichtag 31. Dezember 1999 waren rund 30 Prozent der Einwohner Kinder und Jugendliche. Innerhalb des Stadtteils seien drei soziale Schichten entstanden: Östlich der Kindertagesstätte ein gehobenerer Lebensstandard; an der Kelterstraße eher sozialschwache Familien; nördlich der Bodelschwinghstraße konzentrierten sich Aussiedlerfamilien, oft alleinerziehend oder in Mehrgenerationenhaushalten. Die Jugendkriminalität in Maihälden lag höher als in anderen Stadtteilen.

Wildergrundpark und östliche Bebauung

Um das soziale Klima zu verbessern, konnten Kinder bei der Gestaltung des ein Hektar großen „Maihälden-Waldspielplatzes“ – heute Wildergrundpark – mitbestimmen. 1997 sammelte der Pforzheimer Stadtjugendring in einem Workshop Ideen, oft als Zeichnungen und Skizzen. Im Sommer 2000 wurde der Waldspielplatz für 200.000 Mark eröffnet. Ausführlicher auf der Seite zum Wildergrundpark.

Glücklicherweise wurden Maihäldens östliche Gebiete rechts der Bodelschwinghstraße überwiegend mit Ein-, Zweifamilien- oder Reihenhäusern bebaut. Hätte sich der verdichtete Mehrfamilienbau Richtung Osten fortgesetzt, wäre Platz für Grundschule, Lebensmittelhändler und großen Spielplatz kaum geblieben – diese Einrichtungen liegen im Osten und hatten nur deshalb Raum, weil diese Flächen zu Beginn der 1990er Jahre noch nicht erschlossen waren.

In den 2000er Jahren stabilisierte sich die soziale Lage allmählich. Wichtig waren der Norma-Markt (2001), die Maihälden-Grundschule (Eröffnung 1999) sowie Bemühungen um Treffpunkte für Jugendliche.

Gegenwart

Nach dem Bauboom der 1980er und 1990er Jahre hat sich Maihälden zu einem gewachsenen Wohnstadtteil mit rund 3500 Einwohnern entwickelt. Laut der Einwohnerprognose Pforzheim 2010–2030 dürfte der Stadtteil sein Maximum gegen 2030 mit etwa 3850 Einwohnern erreichen. Heute stehen punktuelle Nachverdichtung, Erhalt von Grüninseln und die Anbindung an Krankenhaus, Schulen und Parks im Vordergrund – nur noch im Wildergrund finden sich einige größere Baulücken. Aktuelle Bauvorhaben ab 2026 zeigen, wie offen die weitere Entwicklung bleibt: Wird Maihälden auch künftig ein beliebtes Zuhause für Jüngere und Ältere mit gutem sozialem Klima – das werden die kommenden Jahre zeigen.

Maihälden heute

Der Stadtteil ist heute gekennzeichnet durch punktuelle Nachverdichtung. Die Bauaktivität hat nach stärkerer Bebauung durch insbesondere Reihenhäuser in den 2000er und 2010er Jahren nachgelassen.

Es handelt sich inzwischen um einen gewachsenen und sozial stabileren Stadtteil, der sich hinsichtlich der Bevölkerungsstruktur durch eine recht junge Bevölkerung auszeichnet, viele Familien und einen höheren Migrationshintergrund.

Maihälden grüne Lücke Gegenwart - unbebaute grüne Fläche im Stadtteil

Zu sehen ist eine grüne Lücke in Maihälden. Solche unbebauten Flächen prägen noch immer das Bild des Stadtteils und zeigen, dass trotz der intensiven Bebauung in den vergangenen Jahrzehnten noch Raum für Grünflächen und Freiräume vorhanden ist.

Grüne Lücke in Maihälden - Gegenwart

Jüngere Bauaktivität

Die jüngere Bauaktivität in Maihälden konzentriert sich auf verschiedene Bereiche: rund um die Igor-Strawinski-Straße, insbesondere auf Grundstücke nördlich der Straße, auf Bauvorhaben östlich der Kurze Steig beziehungsweise nördlich der Martin-Niemöller-Straße, sowie punktuelle Bauvorhaben beispielsweise an der Bonhoefferstraße (durch Abriss eines älteren Mehrfamiliengebäudes südöstlich des Weststadtparks) im Gewann Hofäcker, sowie entlang der Bodelschwinghstraße und Siegfriedstraße.

Maihälden Bauaktivität Gegenwart - Baustelle und Erschließungsarbeiten

Bauaktivität in Maihälden - Gegenwart

Historische Flurstruktur im Gewann Hofklamm

Die vielen kleinen, nummerierten Parzellen der historischen Flurstruktur sind auf der Flurstrukturkarte des Tiefbauamts aus den 1980er Jahren gut erkennbar – links im Bereich „In den Maihälden“ mit dem Gewann Hofklamm.

Historische Flurstruktur im Gewann Hofklamm und In den Maihälden – Flurstrukturkarte 1980er Jahre

Historische Flurstruktur – Flurstrukturkarte Maihälden (1980er Jahre, Stadt Pforzheim Tiefbauamt). Größere Darstellung im Abschnitt Erschließung

Zusammengelegte Flurstücke im Erschließungsgebiet Hofklamm

Der Bebauungsplan des Erschließungsgebiets Hofklamm zeigt vor allem die für die Wohnbebauung zusammengelegten Flurstücke (kräftige Umrisse). Sie entstanden aus der historischen Parzellenstruktur und bereiteten die großflächige Nachverdichtung der 1990er Jahre vor.

Erschließungsgebiet Hofklamm – Bebauungsplan mit zusammengelegten Flurstücken

Erschließungsgebiet Hofklamm – zusammengelegte Flurstücke (Bebauungsplan, Stadt Pforzheim Tiefbauamt)

Quellenverzeichnis

Die Darstellung zur Nachkriegszeit in Maihälden stützt sich vor allem auf Zeitungsrecherche in der Pforzheimer Zeitung (PZ) sowie auf städtische Unterlagen und Fachliteratur. Nachfolgend die wichtigsten Quellen in chronologischer Folge.

Pforzheimer Zeitung

  • PZ vom 15.06.1953, S. 7
  • PZ vom 10.11.1954, S. 3
  • PZ vom 20.02.1959, S. 5
  • PZ vom 03.06.1959, S. 7
  • PZ vom 30.11.1959, S. 8
  • PZ vom 08.10.1966, S. 9
  • PZ vom 27.06.1974, S. 13
  • PZ vom 19.01.1980, S. 37
  • PZ vom 02.10.1981, S. 21
  • PZ vom 05.04.1984, S. 22
  • PZ vom 26.05.1984, S. 11
  • Frank, S. (1984): „CDU-Gespräch mit Bauwirtschaft: Wohnungsmarkt ist bald gesättigt“, in: PZ vom 23.06.1984, S. 11
  • PZ vom 04.12.1984, S. 13
  • PZ vom 07.02.1987, S. 17
  • PZ vom 27.05.1987, S. 20
  • PZ vom 30.09.1988, S. 26
  • PZ vom 22.11.1988, S. 17
  • PZ vom 25.11.1988, S. 26
  • PZ vom 15.12.1988, S. 17
  • PZ vom 11.01.1989, S. 11
  • PZ vom 03.11.1989, S. 23
  • PZ vom 18.01.1990, S. 15
  • PZ vom 24.02.1990, S. 23
  • PZ vom 29.03.1990, S. 18
  • PZ vom 04.04.1990, S. 14
  • PZ vom 20.06.1990, S. 18
  • PZ vom 22.09.1990, S. 1 und S. 14
  • PZ vom 21.12.1991, S. 9
  • PZ vom 29.01.1993, S. 1
  • PZ vom 20.01.1993, S. 13
  • PZ vom 30.04.1993, S. 71
  • PZ vom 07.04.1994, S. 19
  • PZ vom 23.04.1994, S. 20
  • PZ vom 28.06.1994, S. 15
  • Rubrik „Pforzheimer Allerlei“, PZ vom 13.05.1995, S. 15 (direktes Zitat)
  • PZ vom 12.05.1995, S. 18
  • PZ vom 27.05.1995, S. 18
  • PZ vom 21.06.1995, S. 13
  • PZ vom 09.11.1995, S. 17
  • PZ vom 18.01.1996, S. 5
  • PZ vom 20.03.1996, S. 17
  • PZ vom 29.06.1996, S. 15
  • PZ vom 18.06.1996, S. 13
  • PZ vom 06.07.1996, S. 7
  • PZ vom 23.05.1998, S. 17
  • PZ vom 24.09.1998, S. 20
  • PZ vom 17.05.2000, S. 18

Stadt Pforzheim und Archivquellen

  • Stadt Pforzheim, Tiefbauamt: Flurstrukturkarte Maihälden Wildergrund (1980er Jahre).
  • Stadt Pforzheim: Mitteilungsvorlage N 0256.
  • Stadt Pforzheim: Einwohnerprognose 2010–2030 (PDF).
  • Statistisches Jahrbuch der Stadt Pforzheim 2015 (Online-PDF: pforzheim-international.info).
  • Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Ludwigsburg: Landesvermessungsamt Baden-Württemberg: Landesbefliegung Baden-Württemberg 1968 – Luftbilder und digitales Orthophoto. Bestand EL 68 IX, Bestellsignatur EL 68 IX Nr. 3711, Luftbild Film 2 Bildnr. 427, Maßstab 1 : 12.000. Permalink.

Weitere Literatur und Onlinequellen

  • Ehmann, K. (1980). Die Geschichte des Dorfes Brötzingen. Pforzheim: Stadt Pforzheim. ISBN-10: 3878160593, ISBN-13: 978-3878160595.
  • Bundeszentrale für politische Bildung: „Flucht und Asyl seit 1990“ (bpb.de).
  • Universität Stuttgart, Geographisches Institut: Kaltluft und städtisches Klima (geographie.uni-stuttgart.de).

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