Geschichte des CongressCentrum Pforzheim (CCP)
Geschichte des CongressCentrum Pforzheim (CCP): Vorkriegs-Saalbau am Stadtgarten, Zerstörung 1944/45, jahrzehntelanger Einsatz von Käte Bauer, Neubau als Stadthalle 1987 und heutiges Kongresszentrum am Bertha-Benz-Platz.
Inhaltsverzeichnis
CongressCentrum Pforzheim (CCP)
Das CongressCentrum Pforzheim (CCP) ist die bedeutendste Veranstaltungshalle der Goldstadt. Viele Pforzheimer kennen das Haus noch unter dem Namen Stadthalle. Hier finden Konzerte, Messen, Tagungen und Großveranstaltungen statt – von kleinen Seminaren bis zu Events mit bis zu 3.500 Gästen.
Betreiber ist seit 2019 der städtische Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP). Zuvor war das Haus über die Pforzheim Kongress- und Marketing GmbH (PKM) organisiert. Die Geschichte des CCP reicht bis in das 19. Jahrhundert zurück – und ist untrennbar mit dem alten Saalbau am Stadtgarten sowie dem langjährigen Engagement der Bürgerrechtlerin Käte Bauer verbunden.
Lage – OpenStreetMap-Karte
Das CongressCentrum liegt am Bertha-Benz-Platz am Rand der Pforzheimer Innenstadt, unmittelbar am Enzufer und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Parkhotel. Der Platz hieß früher Waisenhausplatz; die Umbenennung zu Ehren von Bertha Benz erfolgte im April 2024.
Geschichte
Der Pforzheimer Saalbau (1900)
Bereits in den 1860er Jahren gab es in Pforzheim Pläne für ein großes Vereinshaus. 1888 gründeten mehrere Vereine ein Saalbaufonds-Komitee, und am 3. Mai 1897 beschloss der Bürgerausschuss den Bau einer Festhalle gegenüber der Kunstgewerbeschule. Am 20. Mai 1900 wurde der Saalbau Pforzheim feierlich eingeweiht.
Entworfen hatte ihn der Stadtbaumeister Alfons Kern. Das Gebäude stand direkt am Stadtgarten – dort, wo heute das Reuchlinhaus mit dem Schmuckmuseum steht. Mit zwei Türmen und einer dreischiffigen Anlage erinnerte es an eine Basilika und verband Formen der deutschen Renaissance mit Anklängen an die römische Antike.
Der Saalbau wurde zum gesellschaftlichen Mittelpunkt der Stadt: Konzerte, Maskenbälle, Ausstellungen und Theater zogen Pforzheimer und Gäste aus der Region an. Während des Ersten Weltkriegs diente das Haus von 1914 bis 1918 als Lazarett.
Zerstörung im Zweiten Weltkrieg
Am Heiligabend 1944 traf ein Luftangriff den Saalbau zusammen mit der Stadtkirche und der Goldschmiedeschule. Zwei Monate später, am 23. Februar 1945, zerstörte der kurze, verheerende Angriff auf die dicht bebaute Innenstadt auch die Reste des Saalbaus endgültig – wie rund 80 Prozent der städtischen Bebauung insgesamt.
An der Stelle des alten Saalbaus entstand ab 1957 das Reuchlinhaus. Der damalige Oberbürgermeister Dr. Johann Peter Brandenburg hatte nach dem Krieg noch eine neue Stadthalle am alten Standort in Aussicht gestellt; stattdessen wurden Pläne für einen Neubau im Stadtgarten diskutiert.
Käte Bauer und der lange Weg zum Neubau
Ohne das beharrliche Engagement der Bürgerrechtlerin Käte Bauer gäbe es das heutige CCP vermutlich nicht. Sie gründete nach dem Krieg eine der ersten Bürgerinitiativen, sammelte Unterschriften, betrieb über einen Förderverein für Saalbau und Theaterneubau jahrzehntelang öffentlichkeitswirksam und zog schließlich vor Gericht.
Die Stadt wechselte mehrfach die Planung: Ein Architektenwettbewerb von 1963 favorisierte zunächst Entwürfe des Berliner Architekten Bodo Fleischer, danach prüfte der Gemeinderat einen Kombinationsbau aus Stadthalle und Stadttheater. Als sich der Baubeginn immer wieder verzögerte, verworf der neu gewählte Rat 1975 alle bisherigen Entwürfe.
Auf Antrag von Käte Bauer verurteilte das Verwaltungsgericht Karlsruhe im März 1979 die Stadt Pforzheim, auf dem Waisenhausplatz einen Saalbau zu errichten. Die Richter sahen in einer Selbstverpflichtung des Gemeinderats aus dem Jahr 1958 eine einklagbare Verpflichtung. Erst 1984 begann der Bau der heutigen Halle.
Stadthalle, Kongresszentrum und Erweiterungen
Im Januar 1983 erhielt der Pforzheimer Architekt Gerhard Aeckerle den Planungsauftrag. Der Bau ruht auf 250 Pfählen; allein die Stahlbinder der Dachkonstruktion wiegen über 350 Tonnen. Am 4. Oktober 1985 wurde Richtfest gefeiert, am 18. September 1987 die Stadthalle mit Großen und Kleinem Saal eröffnet.
Um Pforzheim stärker als Kongress- und Tagungsort zu vermarkten, entstand 1991 das baulich verbundene Parkhotel Pforzheim am Enzufer. 2002 folgte der Erweiterungsbau mit dem Mittleren Saal an der Ecke Waisenhausplatz/Deimlingstraße – er schließt die Lücke zwischen Kleinem und Großem Saal und ermöglicht bei großen Veranstaltungen ein verbundenes Foyer.
Mit der Auflösung der PKM wurde das CCP 2019 in den WSP integriert und erhielt ein neues Erscheinungsbild. Am 21. April 2024 wurde der Platz vor dem Haus zu Ehren von Bertha Benz in Bertha-Benz-Platz umbenannt – und damit auch die offizielle Adresse des CongressCentrums.
Architektur und Nutzung
Gerhard Aeckerle plante die Stadthalle als modernes kulturelles Zentrum mit flexibel nutzbaren Sälen. Im Eingangsbereich prangt das großformatige Wandbild Die vier Jahreszeiten des Künstlers Wolfgang Kappis. Heute verfügt das Haus über den Großen, Mittleren und Kleinen Saal sowie zahlreiche Konferenzräume.
Das CongressCentrum ist einer der wichtigsten Tagungs- und Kongressstandorte der Region. Pro Jahr finden hier rund 470 Veranstaltungen mit etwa 1.500 Raumbelegungen statt – von Fachkongressen über Konzerte bis hin zu großen Publikumsveranstaltungen.
Adresse
CongressCentrum Pforzheim
Bertha-Benz-Platz 1
75172 Pforzheim
Telefon: +49 7231 39-3694
E-Mail: info@cc-pforzheim.de
Quelle und Weblinks
- CongressCentrum Pforzheim: Geschichte des CCP
- Stadtwiki Pforzheim-Enz: CongressCentrum Pforzheim (Archivversion vom 25. April 2024)
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